Unterschiede zwischen dem Erbrecht in Thailand und dem Erbrecht in Deutschland

Zwischen dem Erbrecht in Thailand und dem Erbrecht in Deutschland gibt es zahlreiche Unterschiede. Dies beginnt bereits bei der Frage, welches Vermögen überhaupt einem der Ehegatten gehört. Dabei kann es darauf ankommen, nach welchem Recht die Ehe geschlossen worden ist.

 

 

Beispiel:

 

Franz aus München hat im Jahr 2000 Patchara geheiratet. Im Jahr 2005 hat das Ehepaar eine Eigentumswohnung gekauft, als deren Eigentümer aber nur Franz im Grundbuch eingetragen wurde.

 

Wenn Franz und Patchara nach deutschem Recht verheiratet sind, gehört die Wohnung ganz allein Franz. Wenn Franz und Patchara nach thailändischem Recht verheiratet sind, gehört Patchara automatisch die Hälfte der Wohnung, selbst wenn Franz allein im Grundbuch eingetragen worden ist.

 

Um festzustellen, welche Gegenstände welchem Ehegatten gehören, ist es daher zunächst notwendig, zu ermitteln, nach welchem Recht (deutsches Recht oder thailändisches Recht) das Ehepaar verheiratet ist.

 

In jedem Erbfall, in dem deutsche und thailändische Staatsbürger bzw. Vermögen in Deutschland und in Thailand betroffen sind, muss außerdem ermittelt werden, welches Erbrecht anwendbar ist.

 

Aus deutscher Sicht ist das deutsche Erbrecht immer dann anwendbar, wenn der letzte Wohnsitz der verstorbenen Person in Deutschland war – unabhängig davon, welche Staatsbürgerschaft die verstorbene Person hat und wo sich das Vermögen befindet.

 

 

Das thailändische Erbrecht sieht dies anders:

 

Beispiel:

 

Hubert aus München ist Eigentümer einer Eigentumswohnung in München, einer Eigentumswohnung in Bangkok, eines Kontos in Deutschland und eines Bootes in Thailand. Er wohnt in München.

 

Als er verstirbt, ist nach thailändischem Recht auf die Eigentumswohnung in München, das Konto in Deutschland und das Boot in Thailand das deutsche Erbrecht anwendbar, auf die Wohnung in Bangkok jedoch das thailändische Erbrecht. Wäre das deutsche Erbrecht anwendbar, würde es auch für die Wohnung in Bangkok gelten.

 

In diesem Fall kommt es also darauf an, welches Gericht sich für die Abwicklung des Nachlasses für zuständig hält: Ist es das deutsche Nachlassgericht, so unterfällt der gesamte Nachlass dem deutschen Erbrecht. Ist es ein thailändisches Gericht, so gilt zwar für die Wohnung in München, das Konto in Deutschland und das Boot in Thailand das deutsche Erbrecht, für die Wohnung in Thailand jedoch das thailändische Erbrecht.

 

Ein deutscher Erbschein wird jedoch wenig nützen, weil die thailändischen Behörden eine Anwendbarkeit des deutschen Erbrechts für die Wohnung in Thailand nicht akzeptieren werden.

 

Wenn Hubert seinen letzten Wohnsitz in Thailand hatte, gilt für sein gesamtes Vermögen, also sowohl für die Wohnung und das Konto in Deutschland als auch für die Wohnung und das Boot in Thailand, thailändisches Erbrecht. Wenn Hubert dies verhindern möchte, muss er ein Testament verfassen und darin die Klausel aufnehmen, dass er für sein gesamtes Vermögen deutsches Erbrecht anordnet.

 

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Erbrecht, Olching

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